Für mögliche negative Auswirkungen von städtischen Grünflächen auf die Gesundheit besteht ein geringeres Bewusstsein.
Allergische Reaktionen, Übertragung von Lyme-Borreliose: Für mögliche negative Auswirkungen von städtischen Grünflächen auf die Gesundheit besteht ein geringeres Bewusstsein als für die positiven Effekte. KontraVital untersucht mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung.

BiodivGesundheit

Neue Gesundheitsrisiken durch biodiversitätsbedingte kontraproduktive Ökosystemdienstleistungen in Städten

Urbane Grünflächen fördern die Biodiversität in städtischen Gebieten und bringen viele Vorteile für die Gesundheit der Stadtbevölkerung mit sich: Sie bieten Räume für Bewegung, ermöglichen Entspannung, verbessern das Stadtklima und tragen zur Verminderung von Lärm und Luftverschmutzung bei. Für mögliche negative Auswirkungen von städtischen Grünflächen auf die Gesundheit besteht ein geringeres Bewusstsein. So können beispielsweise Pflanzenpollen beim Menschen allergische Reaktionen hervorrufen oder die Luftqualität verschlechtern. Darüber hinaus erhöhen urbane Grünflächen möglicherweise das Risiko für bestimmte Infektionserkrankungen, wie zum Beispiel die Lyme-Borreliose, die durch Zecken übertragen wird. Auch psychische Belastungen durch Unsicherheitsgefühle durch übermäßig bewachsene Grünflächen sind denkbar.

Ziel des Projekts ist es, mögliche negative Auswirkungen von urbanen Grünflächen auf die Gesundheit der Bevölkerung zu untersuchen. In einem ersten Schritt wird die aktuelle Forschungslage systematisch zusammengefasst. In einem zweiten Schritt erfolgt eine ökologische Bestandsaufnahme des urbanen Grüns in Magdeburg. Die Auswirkungen der Grünflachen auf die Gesundheit der städtischen Bevölkerung werden dabei mittels einer epidemiologischen Beobachtung und einer experimentellen Studie erfasst.

„KontraVital“ ist eines der ersten Projekte, das sich mit möglichen negativen Auswirkungen städtischer Grünflächen in Form kontraproduktiver Ökosystemleistungen beschäftigt. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden in ein kommunales Planungsinstrument integriert. Ein besonderes Potenzial ergibt sich dabei aus der interdisziplinären Ausrichtung der Projektgruppe sowie dem Standort Magdeburg mit seinem überdurchschnittlich hohen Anteil an öffentlichen Grünflächen im Stadtgebiet.

Prof. Dr. Kateryna Fuks
Projektleitung: Kateryna Fuks

Prof. Dr. Kateryna Fuks ist Professorin für Umwelt und Gesundheit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Zu Ihren Lehr- und Forschungsgebieten gehören Umweltepidemiologie, Gesundheitsförderung und Prävention auf der Ebene der Umwelt sowie humanbiologische und medizinische Grundlagen von Gesundheit und Krankheit.

Hochschule Magdeburg-Stendal (HAW) FB Soziale Arbeit, Gesundheit und Medien Breitscheidstr. 2 D-39114 Magdeburg