Ausgabe 19-2023

Biodiv:notizen

Die FEdA-Lesetipps zur Biodiversität


Wie Brillenpinguine einander und Pflanzen die Sonnenrichtung erkennen, warum im Tiefseebergbau aufgewirbeltes Sediment Quallen schädigt und ein 25-Kilo-Baby eine wirklich gute Nachricht ist.

29.11.2023

Zeig mir deine Pünktchen …

… und ich weiß, wer du bist! Brillenpinguine lassen sich anhand der Punkte auf ihren Bäuchen voneinander unterscheiden, berichtet Spektrum. Ein Team von der Universität Turin zeigt nun, dass auch die Tiere ihre Partner an eben jenen Pünktchen identifizieren. Zum Nachweis wurden den Brillenpinguinen Fotos ihrer Partner mal im Ganzen, mal im Ausschnitt gezeigt. Bilder, auf denen das Muster auf den Bäuchen ihrer Partner sichtbar waren, beschäftigten die Tiere länger als solche von anderen Pinguinen oder solche, die die Pünktchen nicht zeigten. Zur Studie.

25-Kilo-Baby: Sumatra-Nashorn in Indonesien geboren

Sumara-Nashörner sind eine der seltensten Säugetierarten der Welt. Nun freut sich der Way-Kambas-Nationalpark auf der Insel Sumatra über ein 25 Kilogramm schweres männliches Kalb, berichtet Spiegel. Seit der Rückkehr des Bullens „Harapan“ aus einem Zoo von Cincinnati (USA) lebt kein Exemplar mehr außerhalb von Indonesien. Sumatra-Nashörner sind die kleinsten der fünf Arten und sind – anders als die anderen – am ganzen Körper behaart. Sie tragen zwei Hörner und sind äußerst kommunikativ: ihr Repertoire umfasst Quietschen, Summen und Schnauben. Durch intensive Jagd und die Zerstörung ihres Lebensraums ist ihr Bestand auf heute schätzungsweise 80 Exemplare geschrumpft. Der Spiegel berichtet.

Wie Pflanzen die Lichtrichtung erkennen

Immer der Energiequelle nach: dass Pflanzen sich nach der Richtung des Sonnenlichts ausrichten, ist bekannt. Nun zeigten Forschende den Einfluss von optischen Merkmalen des Pflanzengewebes, berichtet Wissenschaft.de. Sie verglichen die Modellpflanze Arabidopsis thaliana mit einer Mutante, deren Stiele transparent wirkten. In ihrer Studie wies das Team nach, dass das natürliche milchige Aussehen der Stängel auf Luft in interzellulären Kanälchen zurückzuführen sei, die bei der Mutante allerdings durch eine wässrige Flüssigkeit ersetzt werde. Die Luftanteile aber haben einen entscheidenden Einfluss auf die Fähigkeit der Pflanze, sich nach dem Licht auszurichten.

Tiefseebergbau: aufgewirbeltes Sediment schädigt marines Leben

Über Zulassung und Ausmaß von Tiefseebergbau, um wertvolle Rohstoffe aus der Tiefsee zu fördern, wird heiß diskutiert. Forschende haben diese Diskussion um ein Argument erweitert. Ihrer Studie zufolge werden Helmquallen durch Schwebstoff-Schwaden aus aufgewirbeltem oder von Schiffen freigesetztem Sediment (sog. Plumes) gestresst. Sie produzieren mehr Schleim – was viel Energie verbraucht. Einen erhöhten Energiebedarf aber können die Tiere in der Tiefsee möglicherweise nicht durch zusätzliche Nahrungsaufnahme kompensieren, berichtet Wissenschaft.de.

„Planet A* – Die Ausstellung für *Artenvielfalt“ in Frankfurt eröffnet

Es gibt keinen Plan B – und auch keinen Ersatzplaneten. In Frankfurt hat nun „Planet A* – Die Ausstellung für *Artenvielfalt“ unter den mahnenden Knochen der Dinosaurier eröffnet, die Opfer des letzten globale Massensterben wurden. Die FEdA-Wanderausstellung selbst lädt lieber ein zum spielerischen Entdecken und zum Diskutieren ein: wie schön die Artenvielfalt ist, welche Faktoren sie bedrohen – und was Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft tun können, um das Artensterben aufzuhalten. Die Frankfurter Rundschau berichtet.