Projekt

Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität: Libellen, Heuschrecken, Hummeln und Co.

Neue Konzepte und Sichtweisen zum Schutz von Biodiversität sind nötig. Denn seit dem Bekanntwerden des massiven Rückgangs der Biomasse von Insekten in Schutzgebieten in Deutschland muss über das bisherige Verständnis von Schutzmaßnahmen und Schutzregionen neu nachgedacht werden.

Dabei können Städte geeignete Habitate für Biodiversität sein und unter Umständen auch Rückzugsraum bieten. Unterschiedliche Nutzungspraktiken (z.B. Gärtnern, Erholung, Mobilität) und damit verbundene Lebensstile haben unterschiedliche (positive wie negative) Wirkungen auf Biodiversität. Darüber hinaus können Städte mit ihrem Angebot an Informations- und Bildungsmöglichkeiten nicht nur eine große Breite der Stadtgesellschaft adressieren, sondern auch eine Wirkung ins Umland entfalten.

Ziele des geplanten Vorhabens sind daher, ein besseres und erweitertes Verständnis über den Zusammenhang von urbanen Lebensstilen und Biodiversität am Beispiel von Insekten zu erlangen sowie eine höhere Wertschätzung von Biodiversität auch bezüglich Insekten in der (Stadt-)Gesellschaft zu erreichen. Am Beispiel der Stadt Frankfurt/Main werden Handlungsansätze und Faktoren mit Hebelwirkung für eine verbesserte Inwertsetzung identifiziert, in Reallaboren erprobt sowie die Ergebnisse mit der Stadtgesellschaft partizipativ diskutiert.

In der einjährigen Vorphase wird fächerübergreifend gemeinsam mit den Praxispartnern ein Verbund aufgebaut. Unter Anwendung eines erweiterten Wertekonzeptes, welches auch die „relational values“ einbezieht, wird exemplarisch am Beispiel „Insektenhotels in Frankfurt“ untersucht, aus welchen Motiven und mit welcher Wirkung bereits heute eine Förderung von Insekten stattfindet.

Am Ende der einjährigen Vorphase wird 2021 eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumsjahres des Frankfurter Palmengarten sowie der Eröffnung des neuen Schmetterlingshauses stattfinden. Weitere Möglichkeiten zur Stützung der urbanen Biodiversität mit Frankfurter Unternehmen werden für die Hauptphase eruiert. In dem inter- und transdisziplinären Projektverbund aus Wissenschaft, Politik/Administration, Zivilgesellschaft und Wirtschaft der Stadt Frankfurt/Main wird damit die Idee der Kommunalpolitik aufgegriffen, in Frankfurt/Main ein Biodiversitätscluster zu fördern und Strahlkraft für die Region Rhein-Main zu entfalten.