Illustration: Dominosteine - manche fallen, andere bleiben stehen.

Mosbrugger meint


In loser Folge nimmt FEdA-Sprecher Volker Mosbrugger Stellung zu aktuellen Ereignissen. Hier sammeln wir die Kurz-Statements und verlinken den Hintergrund.

 

 

 

Dubai und die Hoffnung

Ein Ausstieg aus den fossilen Energien, das hatten über 100 Staaten auf der UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai gefordert. Im Abschlussdokument taucht lediglich die Abkehr von ihnen als Ziel auf, berichtet u.a. die Tagesschau. Für FEdA-Sprecher Volker Mosbrugger ist das zwar ein Anfang – aber hoffnungsfroh stimmt ihn das gemessen an den jüngst von The Lancet veröffentlichten Zahlen zur geplanten Produktion der öl- und gasfördernden Nationen – nicht gerade. 

#Mosbruggermeint zur COP28: „Dubai – die Hoffnung stirbt zuletzt! Die von Lancet jüngst veröffentlichten Produktions-Planzahlen der großen Öl- und Gas-produzierenden Länder und Firmen bis 2040 geben allerdings wenig Grund zur Hoffnung. Aber schaun wir mal …“

Nachhaltigkeitsziele – ein erwartbares Déjà-vu

Mitte September trafen sich die Vereinten Nationen zum SGD-Summit in New York. SGD, das steht für „Sustainable Development Goals“, Nachhaltigkeitsziele, die bis 2030 erreicht werden sollten. 17 an der Zahl hatten die UN im Jahr 2015 definiert und in 169 Unterziele unterteilt. Man wollte die Armut und Hunger in der Welt besiegt haben, ebenso die Bildung und die Gleichberechtigung der Geschlechter weltweit fördern, Zugang zu Wasser bieten und einen gerechten Ausgleich zwischen Staaten schaffen. 

Nun ist Halbzeit. Und die Bilanz fällt schlecht aus. Es zeichnet sich ab, dass die Ziele nicht mehr bis 2030 erreicht werden können. Bei einigen werden sogar Rückschritte gegenüber 2015 festgestellt.

Für FEdA-Sprecher Prof. Dr. Volker Mosbrugger hat sich bei der Erörterung des Nachhaltigkeitsberichts auf dem Gipfel in New York ein erwartbares Déjà vu gezeigt. Er stimmt dem Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge zu, der feststellte: „Wir brauchen dringend eine Kurskorrektur“, wie er in einer Pressemitteilung der Welthungerhilfe fordert. 

 

Mosbrugger meint: Leider ein erwartbares Déjà Vu: auch die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele werden bis 2030 wohl nicht erreicht, so der Halbzeit-UN-Nachhaltigkeitsbericht, der heute beim SDG-Summit in New York erörtert wird. In der Tat: „Wir brauchen dringend eine Kurskorrektur (M. Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe)

Gegen Ausreden

Heute ist ein Gastbeitrag in der FAZ Thema bei Mosbrugger meint. Dort hat Professor Dr. Joachim Weimann die Kritik an der Klimapolitik, die Hans-Werner Sinn dort veröffentlicht hat, sowie die Replik darauf durch den Energieökonom Lion Hirth thematisiert. Weimann positioniert sich aufseiten derer, die eine internationale Kooperation als einzige effiziente Art des Klimaschutzes beschreiben. Er wirbt dafür, dass noch genügend Zeit sei, auf eine solche Kooperation hinzuarbeiten, von der alle Länder, einschließlich China und Indien profitieren würden. Ein globaler Klimaschutz bediene sich kosteneffizienter Instrumente und mache damit die „Lasten der Klimapolitik“ erträglich, stellt Weimann in seinem Gastbeitrag fest. 

Für FEdA-Sprecher Volker Mosbrugger ist das – wieder einmal – bloß das „Trittbrettfahrer-Argument“, das nicht aus der Mode kommt. Er bedient sich eines Kanzler-Zitats: „Sorry, es ist unsere ‚verdammte Pflicht‘, wie Olaf Scholz sagte, unseren Beitrag zu leisten!“.

Zitat Volker Mosbrugger, FEdA-Sprecher: Enttäuschend: Das 'Trittbrettfahrer-Argument' ist wohl nicht auszurotten. Prof. Weimann rechnet uns in einem FAZ-Beitrag heute wieder einmal vor, dass Deutschland das Weltklima nicht retten kann. Sorry, es ist unsere 'verdammte Pflicht' (O. Scholz), unseren Beitrag zu leisten!

Gute Nachricht, schlechte Nachricht

Dieses Mal hat Volker Mosbrugger gute und schlechte Nachrichten. Im Editorial von „Nature“ (23.8.2023) hat der FEdA-Sprecher gelesen, dass die Welt zwar effizienter konsumiere, aber immer noch zu viel verbrauche. „Wir entfernen uns weiter von einer „nature positive world“!“, bringt Mosbrugger auf den Punkt. 

Der Begriff „nature positive“ beschreibt die Umkehrung des Naturverlusts. Nature-positive Lösungen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Statt nur Schaden zu kompensieren oder zu begrenzen, soll die Widerstandsfähigkeit von Natur, Gesellschaft und Planeten nachhaltig wiederhergestellt werden. Das bedeutet, Zerstörungsprozesse nicht nur zu stoppen, sondern auch umzukehren.

Volker Mosbrugger hat aber auch gute Nachrichten gelesen: „Acht Monate nach der CBD-COP15 in Montreal wurde in Vancouver jetzt fristgerecht der Global Biodiversity Framework Fund (GBFF) gegründet – hoffen wir, dass nicht nur das Geld zusammenkommt, sondern dass es auch mit maximaler Hebelwirkung ausgegeben wird!“

Der neue Fonds soll die Umsetzung der globalen Biodiversitätsziele unterstützen, die im Dezember 2022 in Montreal von der Staatengemeinschaft vereinbart wurden. Vertreter und Vertreterinnen von 185 Ländern haben auf der siebten Vollversammlung der Globalen Umweltfazilität (GEF) in Kanada den neuen Global Biodiversity Framework Fund (GBFF) ratifiziert. Ziel des Fonds ist es, Investitionen für den Schutz wild lebender Arten und Ökosysteme zu mobilisieren und zu beschleunigen.  Bericht u.a. bei der FAZ.

Renaturierungsgesetz gibt Grund zur Freude

 

Neue Reihe #MosbruggerMeint: In lockerer Folge gibt FEdA-Sprecher Volker Mosbrugger kurze #statement|s zu einem aktuellen Thema. Heute: Die EU-Zustimmung zum #Renaturierungsgesetz ist für ihn Grund zur Freude.
Lesetipps zum #RestoreNature Law: https://t.co/lAOJUThw2A pic.twitter.com/FvpHbXadgb

— FEdA | Biodiversität erforschen und erhalten (@FEdA_Biodiv) July 14, 2023

Über die knappe Mehrheit im EU-Parlament für das Renaturierungsgesetz berichtet z.B. die ARD. Dort heißt es, eine knappe Mehrheit der Abgeordneten hätten nach wochenlangen Debatten für den Plan der Kommission gestimmt, bis 2030 für mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete der EU sogenannte Wiederherstellungsmaßnahmen zu etablieren. Der WDR erklärt, warum so sehr um das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur gestritten wurde – und dass der finale Wortlaut des Gesetzes jetzt noch mit den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ausgehandelt werden muss.

Eine interessante Aufstellung, welche Inhalte es in den Kompromiss geschafft haben und welche nicht, haben wir bei Twitter-Nutzerin Louise Guillot gefunden.