Projekt

Biodiversität und Wasserwirtschaft

Das Projekt „Biodiversität und Wasserwirtschaft“ (BioWaWi) zielt darauf ab, den Wert von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Entscheidungsprozesse von wasserwirtschaftlich operierenden, kommunalen Unternehmen zu integrieren. Biodiversität und Ökosystemleistungen werden bisher, wenn überhaupt, von Unternehmen der Wasserwirtschaft nur in uneinheitlicher Weise in ihrem Umweltmanagement berücksichtigt. Gleichzeitig kann die Wasserwirtschaft einen wichtigen Beitrag in diesem Kontext leisten. Im Zusammenhang mit ihren wasserwirtschaftlichen Aktivitäten streben die Stadtwerke Bühl (SWB) an, zum Erhalt der biologischen Vielfalt und von Ökosystemleistungen beizutragen und hierfür ein Umweltmanagementsystem einzuführen. Dabei wird beabsichtigt, die Chancen und Risiken der Wassergewinnung unter Berücksichtigung der lokalen Herausforderungen (z.B. PFC im Boden, Wechselwirkungen mit anderen Sektoren, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft) zu betrachten, wobei auch Rückkopplungseffekte zwischen dem Geschäftsbetrieb der SWB und den betreffenden Ökosystemleistungen einbezogen werden sollen. Von daher ist bei der Priorisierung der Unternehmensziele bezüglich der Erhaltung von Biodiversität und Ökosystemleistungen eine Abstimmung mit den lokalen Interessengruppen notwendig, um einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen zu ermöglichen.

Konkret sind in Phase 1 (2020–2021) des Forschungsvorhabens folgende Arbeiten vorgesehen:

(a) Identifikation der kurz- und langfristigen Chancen und Risiken der Wassergewinnung bezüglich Ökosystemleistungen für die SWB anhand eines Ecosystem Services Review (ESR),

(b) Abschätzung von zwei prioritären Ökosystemleistungen anhand geeigneter ökologischer oder ökonomischer Indikatoren zur Berücksichtigung im Umweltmanagement der SWB,

(c) Identifikation von wichtigen Schutzzielen und konkreten Maßnahmen in einem partizipativen Prozess mit lokalen Interessengruppen und bürgerschaftlichen Organisationen, die unterschiedliche Interessen verfolgen, und

(d) Co-Design der für Phase 2 vorgesehenen partizipativen Modellierung auf der Basis der beiden Analysen.

Das Projekt BioWaWi besteht aus drei Partnern: dem Europäischen Institut für Energieforschung (EIfER) als Antragsteller sowie den Stadtwerken Bühl (SWB) und der DIALOGIK gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung mbH als komplementäre Partner.

Die SWB fungieren als Praxispartner. EIfER bringt seine Erfahrungen bei der Durchführung des ESR mit ökologischen und monetären Konzepten und Indikatoren ein. DIALOGIK ist auf die Beteiligung von Stakeholdern in Natur- und Umweltschutzprojekten spezialisiert und wird hierbei im Projekt von EIfER insbesondere im Hinblick auf die partizipative Modellierung unterstützt.