Szene aus dem Kurzfilm zu urbanen Lebensräumen.
Die Lebensraum-Videos zeigen auch Handlungsmöglichkeiten auf: Im Schulgarten können Lernende viel bewirken, um heimischen Arten einen Lebensraum zu bieten.

Pressemitteilung · 15. August 2025

Faszination Lebensräume: Neue Animationsfilme erklären Biodiversität für den Schulunterricht

Faktencheck Artenvielfalt veröffentlicht multimediales Lehr- und Lernmaterial

Warum sind Auen so wichtig für die Biodiversität? Wie hat die Forstwirtschaft den Wald von heute geprägt? Fünf kurze Animationsfilme zeigen, was Wälder, Äcker, Städte, Flüsse und Küsten mit Artenvielfalt zu tun haben – und warum der Mensch im Mittelpunkt steht, wenn es um den Erhalt der biologischen Vielfalt geht. Die Filme sind Teil eines neuen, kostenfreien Lehr- und Lernpakets auf Basis von „Faktencheck Artenvielfalt“, der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) gefördert wird.

Die Filme führen Kinder und Jugendliche durch zentrale Lebensräume in Deutschland: Wald und Boden, Agrarlandschaften, Städte, Küsten, Flüsse und Auen. Sie erklären auf wissenschaftlicher Basis, wie es um die Biodiversität dort steht. „Sie erzählen kleine Geschichten von faszinierenden Arten, zeigen Missstände und machen Mut zur Veränderung“, beschreibt es Jori Maylin Marx, Mitherausgeberin von Faktencheck Artenvielfalt und verantwortlich für die Entwicklung des Unterrichtsmaterials.

Begleitend zu den Filmen gibt es Texte in einfacher Sprache, Infografiken, ein Glossar und ein interaktives Online-Quiz. Lehrkräfte erhalten eine Handreichung zur Anwendung im Unterricht – digital und als Druckversion – und Ideen, wie sie den Faktencheck Artenvielfalt darüber hinaus im Unterricht einsetzen können.

„Uns war es wichtig, Schüler*innen zum Handeln zu motivieren und dazu zu befähigen. Dafür müssen wir ihnen zeigen, was konkret sie selbst tun können – und wo dagegen politische oder unternehmerische Aktionen notwendig sind“, erklärt FEdA-Sprecher Volker Mosbrugger. „Das Material vermittelt komplexes Wissen verständlich – nicht nur für Jugendliche. Damit schlägt es eine Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft.“

Das Angebot richtet sich an Schüler*innen der Sekundarstufe I und lässt sich in Biologie, Erdkunde, Ethik, Gemeinschaftskunde oder fächerübergreifend einsetzen. 

Faktencheck Artenvielfalt ist 2024 veröffentlicht worden. Über 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben darin erstmals systematisch zusammengetragen, wie es um die biologische Vielfalt in Deutschland steht: welche Arten, Lebensräume und Ökosystemleistungen bedroht sind, welche Ursachen den Rückgang treiben, und welche Veränderungen notwendig wären, um dem entgegenzuwirken. Dieses Wissen bringt das neue Lehr- und Lernmaterial nun verständlich und praxisnah in die Klassenzimmer.

Das Lehr- und Lernmaterial steht unter der folgenden Adresse kostenfrei online und zum Download zur Verfügung: www.feda.bio/artenvielfalt-lernen

In der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) wissenschaftliche Projekte zur Analyse der Biodiversität in Deutschland sowie zur Entwicklung und Umsetzung innovativer, effektiver Maßnahmen zum Schutz und zur Verbesserung der biologischen Vielfalt. Insgesamt gehören über 40 Forschungsvorhaben zur FEdA, darunter der Faktencheck Artenvielfalt. Die Initiative unterstützt dabei im Sinne einer „transformativen“ Wissenschaft den zielgerichteten Austausch zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Zivilgesellschaft. Mehr Informationen unter www.feda.bio.

Für den Faktencheck Artenvielfalt haben mehr als 150 Wissenschaftler*innen von 75 Institutionen und Verbänden nun die Erkenntnisse aus über 6000 Publikationen ausgewertet, und in einer eigens dafür entwickelten Datenbank zusammengeführt. Veröffentlicht wurden die Erkenntnisse in einem Gesamtwerk und einer Zusammenfassung für die gesellschaftliche Entscheidungsfindung.

Pressematerial

Szene aus dem Kurzfilm zu urbanen Lebensräumen.

Laubhaufen für Igel rechen: Die Videos zeigen Handlungsmöglichkeiten für die Artenvielfalt

Die Lebensraum-Videos zeigen auch Handlungsmöglichkeiten auf: Im Schulgarten können Lernende viel bewirken, um heimischen Arten einen Lebensraum zu bieten. Bild: FEdA

Szene aus dem Video zu den Urbanen Lebensräumen: Waschbären tummeln sich in Mülleimern, im Hintergrund fahren Schulkinder auf dem Fahrrad vorbei.

Invasive Arten breiten sich aus.

Waschbären profitieren von leicht zugänglichen Futterquellen in der Stadt. Bild: FEdA

Dr. Jori Maylin Marx

Dr. Jori Maylin Marx

Dr. Jori Maylin Marx hat globalen Wandel mit Fokus auf die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik studiert und in der theoretischen Ökologie promoviert. Sie ist Mitherausgeberin des Faktencheck Artenvielfalt und hat das Schulmaterial konzipiert. Bild: Heike Müller

Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger

Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger

Volker Mosbrugger ist Sprecher der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA). Von 2005 bis 2020 war er Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor am Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor lehrte er an der Universität Tübingen, wo er von 1990 bis 2005 eine Professur innehatte. Seine akademische Laufbahn begann mit einem Studium der Biologie, Meeresbiologie und Chemie an der Universität Freiburg, gefolgt von Promotion, Habilitation und zahlreichen Auszeichnungen – darunter der Leibniz-Preis der DFG (1998) sowie Ehrentitel aus Frankreich und China. Bild: Sven Tränkner / SGN